Wenn Sie auf der Suche nach einem gut klingenden, portablen Lautsprecher sind, dann kann ich Ihnen den JBL Charge 2+ empfehlen. Nachdem ich die besten Modelle auf dem Markt in einem ausführlichen Vergleichstest unter die Lupe genommen und mehrere dutzend Stunden im direkten Vergleich Probe gehört habe, kann mich der JBL Charge 2+ am meisten überzeugen: er klingt bei allen Lautstärken sehr ausgewogen und liefert kräftige Bässe und kristallklare Höhen. Die Bedienung ist schön einfach gehalten und für die Preisklasse bietet der Lautsprecher erstaunlich viele Funktionen – etwa Multipairing, eine USB-Buchse zum Laden mobiler Endgeräte und eine Freisprechfunktion. Mit dem robusten, wassergeschützten Gehäuse eignet er sich außerdem für den Außeneinsatz.

Der JBL Charge 2+ liefert die beste Klangqualität im Test. Der Klang ist für die Größe wirklich beeindruckend – die Bässe sind kräftig aber gleichzeitig nicht überbetont wie beim SoundLink Mini. Insgesamt ist das Klangbild sehr natürlich und bassbetonte Musik wie HipHop oder Deep House klingt selbst bei hohen Lautstärken noch erstaunlich kräftig und klar. Bei niedrigen Lautstärken hätte man die Bässe mit dynamischer Anpassung noch ein wenig verstärken können, aber es ist alles noch im akzeptablen Rahmen. Waren die Lautstärkebabstufungen bei der erst eingeführten Version noch sehr grob und waren leichte Störgeräusche zu hören, so wurde das mittlerweile durch ein Update behoben. Besonders die Vielfalt an Funktionen kann beeindrucken. So verfügt der Speaker über eine Freisprechfunktion, eine USB-Buchse für das Laden mobiler Musikzuspieler sowie Multipairing, über das mehrere Geräte gleichzeitig mit dem Lautsprecher verbunden werden können. Damit eignet sich der Charge 2+ für alle, die gerne und laut Musik hören und dabei auf zahlreiche Extras nicht verzichten wollen.

Mit dem Denon Envaya Mini kann man nichts falsch machen. Er bietet einen für seine Größe erstklassigen Sound und spielt selbst deutlich teurere Modelle an die Wand. Aufgrund der länglichen Bauweise und den weit auseinander liegenden Lautsprechern schafft er sogar einen gewissen Stereo-Klang. Die Maximallautstärke ist ordentlich und liegt nur leicht unter dem Niveau der vergleichbaren Konkurrenz. Punkten kann der Envaya Mini auch mit dem robusten, spritzwassgeschützten Gehäuse, das wirkt, als könne es auch stärkere Stöße abfangen. Die Reichweite ist ordentlich und auch der Akku (man muss den Lautsprecher nach ca. 6 Stunden Spielzeit bei mittlerer bis niedriger Lautstärke wieder aufladen) sollte für einen Tag Hörgenuss ausreichen. Besonders preislich spricht der Lautsprecher eine große Audienz an, da er deutlich günstiger als vergleichbare Modelle ist. Insgesamt erhält man mit dem Envaya Mini ein erstklassiges Gesamtpaket.

Falls der Denon Envaya Mini oder JBL Charge 2+ aus irgendwelchen Gründen nicht verfügbar sind, dann ist der Bose SoundLink Mini 2 zu empfehlen. Er ist ein moderner Klassiker und gab mit seinem kräftigen Klang lange Zeit den Takt auf dem Bluetooth Lautsprecher Markt an. Die Bässe gehören zu den druckvollsten der Klasse – für manchen Hörer könnte das zu viel des Guten sein. Er ist durch das Premium-Aluminium-Design zwar nur bedingt für den Outdoor-Einsatz geeignet und die Bässe beginnen bei ungeschickter Platzierung, etwa direkt an der Wand oder in einer Fensternische, etwas zu dröhnen. Doch der Klang ist insgesamt sehr erwachsen, die Akkulaufzeit ist vorbildlich und es macht Spaß auf dem Gerät Musik zu hören. Mit der zweiten Generation sind nun auch eine Freisprecheinrichtung, Multipairing und hilfreiche Sprachansagen vorhanden.

Über den Autor

Ich habe bereits mehrere Dutzend Bluetooth Lautsprecher in aller Ausführlichkeit ausgetestet, angefangen von Billig-Geräten ab 20 Euro bis hin zu hochpreisigen Premium-Modellen. Damit habe ich wahrscheinlich mehr Zeit mit dem Probehören von tragbaren Lautsprechern verbracht, wie die meisten Audio-Journalisten im deutschen Sprachgebiet. Jeden Monat kommen neue Lautsprecher auf den Markt, die ich anschließend über mehrere Tage hinweg teste und mit den besten Modellen der jeweiligen Preis- und Gewichtsklasse vergleiche.

So wurde ausgewählt

Ein authentischer Vergleichstest legt die Auswahl der richtigen Produkte zugrunde. Da ich mir über die letzten Monate bereits eine klare Übersicht über den Bluetooth Lautsprecher Markt verschafft und die viel versprechendsten Modelle ausgetestet habe, fiel die Auswahl recht leicht. Letztendlich kamen acht Modelle in die engere Auswahl. Preislich liegen die Lautsprecher in einem Rahmen von 100 bis 200 Euro und spielen auch größenmäßig in der gleichen Liga. Für ultrakompakte Lautsprecher in Reisegröße oder größere Modelle ab ca. 1 Kilogramm werden weitere Tests folgen.

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So wurde getestet

Zuerst einmal hörte ich alle acht Modelle Probe und sortierte die Modelle heraus, die klanglich schlecht abgestimmt waren oder Störgeräusche aufwiesen. Innerhalb von 1 Tag hatte ich alle acht Lautsprecher durchgehört, wobei ich eine Reihe von Liedern aus fünf verschiedenen Genres – Jazz, Rock, Klassik, Sprache und HipHop – über mein iPhone abspielte. Somit war eine kleinere, engere Auswahl getroffen.

Nach dieser ersten Testrunde kam die härtere Entscheidung: Ich musste die durchschnittlichen Modellen von denen trennen, die meiner Meinung eine realistische Chance zum Testsieger hatten. Alle Lautsprecher, die nur durchschnittlich oder gut klangen flogen damit raus dem Rennen. Nach weiteren 5 Stunden Hörtests war die Spreu war vom Weizen getrennt. Übrig blieben 5 Modelle: Der Bose SoundLink Mini 2, Denon Envaya Mini sowie der JBL Charge 2+.

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Beim dritten Durchgang ging es dann richtig zur Sache: Es wurde anhand eines selbst erstellten Basstests gemessen, bis zu welchem Frequenzbereich die Bässe hinab reichen. Dazu kam eine Messung der maximalen Lautstärke, die von einem halben Meter Entfernung statt fand. Nach diesen Messungen ging es wieder ans Hören verschiedener Genres: Wie klingen die Bässe bei tiefenbetonter Hip-Hop Musik? Wie klar sind die Höhen bei anspruchsvollen Akustik-Songs? Wie ertönen Zisch- und Knacklaute bei Hörbüchern?

Neben dem Hauptfaktor Klang wurden Aspekte wie die Bluetooth-Reichweite und Pairing zur Bewertung herangezogen. Wie schnell und zuverlässig lässt sich eine Verbindung zum Lautsprecher herstellen? Wie groß kann die Distanz zum Lautsprecher werden, bis die Verbindung abbricht? Auch die Tauglichkeit für den Outdoor-Bereich (Spritzwasserschutz, Stoßfestigkeit, Robustheit der Materialien) waren Teil des Bewertungsverfahrens.

Die Funktionsvielfalt spielte beim Test nur eine untergeordnete Rolle. So war es nicht unbedingt nötig, eine Freisprechfunktion mit an Bord zu haben. In der Praxis kommt diese meiner Erfahrung nach eher selten zum Einsatz und sorgt mit einer teilweise umständlichen Kopplung (ich musst zuerst das freie Sprechen am Smartphone bestätigen) zu mehr Verwirrung als Hilfe. Auch war die Steuerung von Musiktiteln am Lautsprecher selbst kein bedeutendes Kriterium – schließlich kauft man sich einen Bluetooth Lautsprecher, damit man aus einer gewissen Entfernung die Musik steuern kann. Wozu brauche ich hier noch eine Vor-, Zurück- oder Stumm-Taste am Lautsprecher? Meiner Erfahrung nach will man höchstens einmal die Lautstärke am Lautsprecher selbst regeln. Das war’s aber auch schon.

Eine NFC-Funktion ist zwar von Vorteil, für Apple-Nutzer fällt diese allerdings auch unter den Tisch. Auch verbindet sich der Lautsprecher in der Praxis innerhalb Sekunden mit dem zuletzt verbundenen Gerät. Es besteht somit kein wirklicher Bedarf, die NFC-Funktion regelmäßig zu nutzen. Als sinnvoll sehe ich hingegen eine Multipairing-Funktion an. Über diese kann man mehrere Geräte gleichzeitig mit dem Lautsprecher verbinden. Pausiert man die Musik auf dem einen Smartphone oder mobilen Endgerät, so kann jemand anders einspringen und Musik von seinem eigenen Gerät abspielen. Besonders bei kleineren Veranstaltungen ist dieses Feature praktisch und man vermeidet ein umständliches Trennen und Wiederherstellen der Verbindung.

Die Akkulaufzeit wurde im Test bei einem Drittel der Maximallautstärke gemessen,  um die vom Hersteller angegebene Wiedergabezeit bestätigen zu können. Hier kam jeder der vier Lautsprecher auf einen Wert von über 6 Stunden. Das sollte für die alltäglich Beschallung im und ums Haus ausreichen. Wer allerdings längere Ausflüge mit dem Lautsprecher plant, der sollte sich ein Gerät anschaffen, das mindestens zehn Stunden Spielzeit bietet.

Die Wettbewerber

Insgesamt habe ich mir acht verschiedene Modelle in der portablen Preis- und Gewichtsklasse angesehen. Darunter waren viele Lautsprecher, die ordentlich, aber eben nicht spitze klangen. Hier sind alle Geräte, die ich mir näher angesehen habe, und die Begründung, warum es diese nicht auf das Siegertreppchen geschafft haben.

Mit dem SRS-X3 landet Sony einen Volltreffer, er gehört definitiv zu den Favoriten. Die Bässe sind stark und reichen tief, insgesamt ist der Klang sehr dynamisch und ausgewogen – ja sogar ein gewisser Stereo-Klang ist mit dem “Sound-Button” möglich. Der Klang kommt allerdings nicht an das Niveau des JBL Charge 2 oder SoundLink Mini heran.

Der Bose SoundLink Colour erschien Ende 2014 und stellt in gewisser Weise eine abgespeckte Version des SoundLink Mini dar.  Mit einem Preispunkt von knapp 100 Euro will Bose hier auch ins untere Marktsegment vordringen, klanglich kommt der Lautsprecher allerdings nicht an seinem großen Bruder heran. Die Bässe sind für die Größe zwar Bose-typisch erstaunlich bassreich, die Höhen und Mitten lassen allerdings zu wünschen übrig. Gitarrentöne klingen, als seien sie im Gehäuse eingefangen. Der SoundLink Colour klingt einfach zu dumpf, um es auf die oberen Positionen zu schaffen.

Der JBL Flip II stellt keine deutliche Verbesserung zum Vorgänger dar und klingt zu sehr nach Küchenradio. Die Maximallautstärke ist zwar beeindruckend, doch die Bässe sind zu mager und die Höhen zu stechend. Über eine längere Dauer macht es keinen Spaß, auf dem flaschenartigen Lautsprecher Musik zu hören.

Der Fugoo Sport kommt mit einem interessanten Konzept daher. Die Akkulaufzeit und Reichweite sind sensationell. Auch der 360-Grad-Sound können beeindrucken. Allerdings fehlt es wie bei vielen anderen Modellen einfach an Bass und die maximale Lautstärke ist unzureichend. Besonders im Outdoor-Bereich wird sich das schnell bemerkbar machen.

Der Logitech UE Boom gehört definitiv zu unseren Favoriten. Der Klang ist präzise, räumlich und vor allem – omnidirektional. Egal von welcher Seite man den Lautsprecher anhört, die Musik klingt gleich. Allerdings sind die tiefen Töne nicht wirklich überzeugend. Hier können der SoundLink Mini, Envaya Mini oder Sony SRS-X3 einfach mehr überzeugen. Aufgrund der Outdoor-Fähigkeiten wird der Logitech UE Boom in unserem Outdoor Bluetooth Lautsprecher Vergleichstest erneut antreten.

Die Schuhsohlen-artige Jabra Solemate ist zwar ein echter Hingucker, klanglich kann sie allerdings nicht so recht überzeugen. Die Bässe reichen nicht tief hinab und der Klang ist nicht räumlich genug, um mit den Konkurrenten aus dem Hause Bose und Denon mithalten zu können.

Der JBL Charge I klingt geradezu bemitleidend im Schatten seines großen Bruders, dem JBL Charge 2. Die Verarbeitung ist lieblos, der Klang mit seinen schwachen Bässen ebenso.

Unser Fazit

Wer auf der Suche nach einem portablen Lautsprecher ist, der sich dank robustem Gehäuse für den Einsatz im und ums Haus eignet, dabei auf erstklassigen Sound und eine hohe Lautstärke verzichten will, der sollte sich den JBL Charge 2+ genauer ansehen. Derzeit bietet kein anderer Bluetooth Lautsprecher in dieser Klasse einen derartig vollen Klang in Kombination mit vielen Extras.