Mehr und mehr Hersteller realisieren, dass der Trend hin zu immer kleineren Bluetooth-Lautsprechern nicht alle Bedürfnisse der Kunden deckt. Die kleinen Boxen sind zwar praktisch um leiser Hintergrundmusik zu lauschen oder die ein oder andere kleine Veranstaltung im und um’s Haus zu beschallen, will man aber Leute in Tanzstimmung bringen oder den Lautsprecher im Outdoor-Bereich einsetzen, so reichen die kleinen Boxen meist nicht aus. Hierfür ist die Lautstärke einfach zu gering und die Bässe verflüchtigen sich im Freien schnell ohne Wände als Reflektionsfläche.

Aus diesem Grund erscheinen immer mehr große Bluetooth-Lautsprecher auf dem Markt, nun hat auch JBL sein erstes großes Modell heraus gebracht: Den JBL Xtreme. Der soll mit erstaunlichen 40 Watt Leistung sowie hoher Lautstärke für den Einsatz unter freiem Himmel gemacht sein. Neben den klanglichen Qualitäten soll die Box in der Größe einer 2-Liter Coca-Cola-Flasche auch über Spritzwasserschutz, 2 USB-Ladebuchsen an der Rückseite sowie einem leistungsstarken Akku mit 15 Stunden Spielzeit verfügen. Ob sich diese Versprechungen auch in der Praxis behaupten können, wollte ich genauer wissen.

In den vergangenen Monaten konnte ich bereits viele große Bluetooth-Boxen testen, wirklich überzeugen konnte mich bis dato allerdings keine. Die UE Megaboom von Logitech klang verhangen und fast schon ein wenig peinlich, der Beoplay A2 hatte mit House-Bässen so seine Probleme – ganz zu schweigen von der dürftigen Akkulaufzeit bei hohen Lautstärken – und beim SoundLink III von Bose gefielen mir die dumpfen Höhen mit den überdominanten Bässe nicht. Auch die Beats Pill XL war etwas merkwürdig abgestimmt, wobei diese ja vor einigen Wochen von Apple zurückgerufen wurde und somit außer Frage steht. Der Sony X5 klang zwar schön ausgeglichen, hatte aber in Sachen Lautstärken nichts zu bieten und musste für höhere Lautstärken an den Strom gehängt werden. Der JBL Xtreme war also der neue Hoffnungsträger und ich war mehr als gespannt, den Speaker einmal selbst Probe zu hören. Nach dem positiven Testergebnis des kleinen Bruders JBL Charge 2+ hatte ich hohe Erwartungen und bestellte mir die Box über den deutschen JBL-Store vor, bevor sie dann eine Woche später bei mir eintraf. Hier möchte ich nun über meine Erfahrungen berichten.

Ersteindruck

Direkt beim Auspacken wird klar: Der JBL Xtreme ist wirklich ein Koloss und macht seinem Namen damit alle Ehre. Ich hatte mir zwar mehrmals das Produktvideo auf der Herstellerwebseite angesehen, die Dimensionen gingen allerdings nicht so klar hervor. Gerechnet hatte ich mit dem Formfaktor einer UE Megaboom, doch der Xtreme ist nochmal ein gutes Stück größer. Er sieht mit der runden Bauform und den unverdeckten Lautsprechermembranen an der Seite ein wenig aus wie eine aufgeplusterte Version des JBL Charge 2+.

JBL Xtreme vs JBL Charge 2+

Generell scheint dies das neue Markenzeichen der JBL-Reihe zu sein, beim kleinen JBL Flip 3 kann man den seitlichen Membranen ebenfalls beim Vibrieren zusehen. Mit einem Gewicht von 2,1 Kilogramm drückt der Xtreme nochmal mehr auf die Waage wie der SoundLink III von Bose (1,8 Kg) oder auch der Ziegelstein-große TDK Trek Max (1,9 Kg). Ich selbst nehme das höhere Gewicht gerne in Kauf, solange Klangqualität und Lautstärke stimmen. Ob dies der Fall ist, wird der Test zeigen.

Mit seinen Maßen fühlt sich der Xtreme schon ein wenig wie eine Waffe an. Legt man sich das Teil auf die Schulter ist die Ähnlichkeit zu einer Bazooka nicht zu verkennen, nur dass statt Granaten eben schöne Klänge folgen. Ich finde den Xtreme aber nicht viel unhandlicher oder weniger transportabel wie die Konkurrenz. Wenn man einen Bose SoundLink III oder eine UE Megaboom in seinen Rucksack oder Reisekoffer hinein bekommt, dann wird auch der JBL Xtreme Platz finden. Soviel größer ist er dann auch nicht.

Da man den JBL Xtreme nur schwer mit den Händen umgreifen kann (Bei mir geht es gerade noch), kommt die Box mit einem Tragegurt im Lieferumfang. Der wird einfach an den Metallösen an der Oberseite eingehakt und schon kann man den Speaker ähnlich einer Damenhandtasche durch die Gegend tragen. Auch wenn ich selbst den Xtreme wohl eher weniger über meine Schulter hängen werde, so finde ich den Gurt zur Befestigung an Pfählen, Stangen oder Bäumen ganz praktisch. Beim Volleyball spielen könnte man den Speaker etwa an den Netzpfosten hängen und hätte so Klang auf Kopfhöhe.

Etwas unentschlossen ist mein Urteil zu den offenen Membranen. Einerseits gefällt mir das effektvolle Vibrieren ganz gut und man kann den Sound so wahrlich sehen, ja sogar spüren, wenn man die Hand vor die Öffnungen hält. Insbesondere bei basslastiger oder lauter Musik kann das schon Laune machen. Beim Besuch von Freunden oder kleineren Veranstaltungen ist das Ganze immer wieder ein Hingucker. Andererseits erscheint der Speaker dadurch beim Außeneinsatz weniger hartgesotten und könnte beim Transport im Rucksack mit anderen harten Gegenständen beschädigt werden. Das ist allerdings nicht so leicht, wie man anfangs annehmen würde: Die Membranen lassen sich beispielsweise bis zum Anschlag ca. 2 Zentimeter nach innen drücken, ohne das irgendwelche Schäden entstehen (hier ist eine Art Widerstand eingerichtet). Da es sich hier nur um vibrierende Gewichte handelt und diese mit einer robusten Metallkappe versehen sind, kann man hier durch Drücken auch nicht wirklich viel kaputt machen.

Membrane des JBL Xtreme

Wo es kritisch wird, ist bei den Gummiabdichtungen. Würde man diese mit einem spitzen Gegenstand durchpieksen, so ginge das Vakuum verloren und die Abstimmung mit der Frequenz der Treiber wäre hinüber. Der Lautsprecher wäre nicht mehr zu gebrauchen. Wie wahrscheinlich dieser Fall ist, steht auf einem anderen Blatt Papier. Ich selbst habe den kleineren JBL Charge 2 schon seit einigen Monaten im Einsatz und kann trotz mehrfachem Transport von keinerlei Schäden an den Membranen berichten. Nichtsdestotrotz hätte ich mir gewünscht, dass JBL eine Transporttasche in den Lieferumfang legt, so hätte man viele Käufer sicherlich ein wenig zuversichtlicher stimmen können. Für einen Preis von derzeit knapp 300 Euro wäre das sicherlich machbar gewesen.

Wie es sich für einen richtigen Outdoor-Lautsprecher gehört, ist der JBL Xtreme spritzwassergeschützt. Man kann den Speaker also bedenkenlos neben den Pool stellen oder auch mal im Regen stehen lassen. Laut Hersteller kann man den Xtreme auch problemlos unterm Wasserhahn reinigen und so von Schmutz befreien. Viel mehr ist aber nicht drin. Es wird in der Bedienungsanleitung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man den Speaker nicht unter Wasser tauchen soll, wobei ich mir sicher bin, dass die Box mit den verdeckten Anschlüssen (die einzig wirklich kritische Stelle) auch das für einige Sekunden aushalten würde. Die Stoffummantelung soll mit einer speziellen Netzstruktur, die übrigens sehr der der UE Megaboom ähnelt, Kratzer fern halten und Schmutz abweisen. Im Gegensatz zum Charge 2+ blieb die Stoffschicht bisher weitestgehend staubfrei und scheint auch nicht auszufranzen.

Auch gut gefallen mir die zwei breiten Standfüße. Der kleinere JBL Charge 2 rollte mit seiner dünnen Standfläche auf unregelmäßigen Untergründen immer wieder zur Seite und man musste ständig nachjustieren. Den JBL Xtreme kann man auch mal auf dem Bett oder im Gras aufstellen, ohne dass der nächste Windhauch den Lautsprecher zur Seite rollen lässt.

Erhältlich ist der JBL Xtreme in den Farben Schwarz, Blau und Rot. Im Lieferumfang sind neben dem Lautsprecher noch ein Netzteil zum Laden, ein Tragegurt und die Bedienungsanleitung vorhanden.

Klangqualität

Am meisten war ich auf den Klang gespannt. Die technischen Daten auf der Herstellerseite sahen bereits sehr vielversprechend aus. Zuerst einmal war von starken 2 x 20 Watt die Rede. Im Quick Start Guide ist hier allerdings noch „AC-Mode“ angemerkt, was auf eine verminderte Lautstärke bzw. Leistung bei normalem Batteriebetrieb hinweisen könnte. Beim Sony X5 hatte ich im Test kritisiert, dass die Lautstärke bei Stromanschluss deutlich höher war und in Frage gestellt, ob nicht gerade der Akkubetrieb der Vorteil von portablen Bluetooth-Lautsprechern sei. So war ich ein wenig besorgt, dass das auch beim JBL Xteme der Fall sein könnte. Ansonsten war im Produktvideo von JBL zu sehen, dass an der Vorderseite vier Hochtöner und an den Seiten die beiden entgegen gesetzten Passivradiatoren verbaut sind. Die Hinterseite bleibt leider klangfrei.

JBL Xtreme Innenleben

Direkt nach dem Auspacken koppelte ich in den Speaker also mit meinem iPhone und spielte meine standardmäßige Deep-House-Playlist ab. Was mir zuerst in den Sinn kam: Bass! Und zwar reichlich. Die tiefen Töne springen einem förmlich ins Gesicht. Es ist aber alles noch in einem gesunden Verhältnis, sodass das Gesamtbild stimmig wirkt. Es werden keine anderen Frequenzbereiche in Mitleidenschaft gezogen, was ich bei Bose-Lautsprechern oft bemängelt hatte und die Mitten von den Bässen übertönt werden. Der JBL Xtreme schafft es, Musik kraftvoll, klar und mit viel Punch abzuspielen, ohne dabei aufgebläht zu wirken oder die Höhen dumpf ertönen zu lassen. Es klingt einfach „stimmig“.

Im Gegensatz zu so vielen anderen großen Blueototh-Boxen klingt der Xtreme über das ganze Lautstärkespektrum gut. Egal ob man die Lautstärke voll aufdreht oder auf ein Minimum reduziert, der Speaker klingt immer noch klar und voluminös. Bei leisen Lautstärken wird keinerlei dynamischen Anpassung in Form einer Anhebung der Bässe vorgenommen. So klingt der Speaker untenrum immer noch vollmundig, wenn auch nicht so dick wie der Bose SoundLink Mini 2, der bei niedrigen Lautstärken erstaunlicherweise voluminöser klingt. Ich selbst lausche gerne leiser Hintergrundmusik, weshalb ich auf kraftvollen Klang bei niedrigen Lautstärken viel Wert lege.

Vor allem aber schaufelt der Xtreme die Bässe bis in die oberen Lautstärke-Etagen. Selbst voll aufgedreht ist der Klang noch zu gebrauchen und klingt nicht übertrieben angestrengt wie etwa bei der UE Megaboom oder dem Beoplay A2. Generell hat es bisher kein Lautsprecher in dieser Größenklasse geschafft, bei hohen Lautstärken noch so kraftvoll zu klingen. Ab ca. 65% der maximalen Lautstärke werden die Bässe zwar auch leicht vermindert, allerdings nicht merklich und nur allmählich. Die beste Figur macht der Xtreme im Außenbereich, hier sind die Bässe schön luftig und man kann jede einzelne Bassnote hören. Andere Lautsprecher machen hier meist schlapp, da sich der Klang aufgrund der mangelnden Reflektionsflächen wie Wände schnell in der Umgebung verflüchtigt.

Kleine Zimmerchen sind nicht unbedingt das Terrain des JBL Xtreme. Hier können die Bässe schon mal zu viel des Guten sein. Auch bei ungünstiger Platzierung nahe einer Wand oder in einer Zimmernische können die tiefen Töne leicht Überhand nehmen und störende Dröhn-Effekte erzeugen. Hier muss man notfalls mit dem Equalizer nachregeln, den Lautsprecher neu positionieren oder auch das Zimmer mit Textilien auslegen.

Die Maximallautstärke des JBL Xtreme ist beachtlich, könnte für meinen Geschmack und die Größe aber noch einen Tick höher sein. Eine kleine Party lässt sich damit aber allemal beschallen. Gespannt war ich auf die Lautstärke im Strom-Betrieb. Hierfür habe ich den Lautsprecher auf voller Lautstärke aufgedreht und dann an den Strom gehängt – doch die Überraschung blieb (glücklicherweise) aus. Ich musste den Speaker mehrere Male an die Steckdose anschließen, um wirklich einen Unterschied zum Akkubetrieb zu erkennen. Insgesamt würde ich schätzen, dass die Lautstärke bei Strombetrieb um ca. 1/10 angehoben wird.

Auf Rundum-Klang muss beim JBL Xtreme verzichtet werden. So sehr ich mir dies gewünscht hätte, so tritt der Klang nur aus der Vorderseite des Gehäuses aus. Von hinterer Hörposition klingt Musik deutlich weniger klar und etwas bassbetont. Schade eigentlich, denn andere Hersteller wie Fugoo oder Logitech haben das schon seit einiger Zeit in ihren Modellen (wenn auch nicht ganz optimal) umgesetzt. Sicherlich kann man in vielen Situationen, beispielsweise bei der Poolparty oder dem Sport im Freien, Wege finden, den Speaker sinnvoll zu positionieren. Doch es ist schon praktisch, wenn man den Speaker mitten auf der Tanzfläche aufstellen oder beliebig im Raum platzieren kann.

Erwähnt werden sollte noch das überdurchschnittlich hohe Grundrauschen. Genau wie beim kleinen Bruder JBL Charge 2+ ist ein klares Rauschen zu hören, wenn man sich den Lautsprecher ans Ohr hält. Von ca. 1 Meter Entfernung ist nur noch wenig davon zu hören. Wer hier sensibel reagiert oder oft leisen Hörbüchern lauscht, der könnte sich möglicherweise daran stören. Mich persönlich stört das Rauschen nur äußerst selten (wenn ich es denn wahrnehme).

Insgesamt spielt der JBL Xtreme in einer anderen Liga wie alle bisherigen Kandidaten in dieser Preisklasse. Sie klingen im direkten Vergleich schon fast ein wenig unbeholfen. Zwar gehört der Xtreme nicht zu den Klang-neutralsten Lautsprechern, doch er ist auf Spaß und satte Klänge getunt. Mir persönlich gefällt das und das Hören von Deep-House Musik macht jetzt noch mehr Spaß, besonders unter freiem Himmel. Hat man einmal für mehrere Tage mit dem Xtreme Musik gehört, will man nicht mehr zurück.

Pairing

In Sachen Pairing hat der JBL Xtreme alles Wesentliche an Bord: Stereo-Pairing (JBL Connect), Multipairing sowie das standardmäßige Pairen. Das Koppeln von Lautsprecher und iPhone gelang im Test mühelos: Lautsprecher einschalten, Bluetooth am iPhone aktivieren und den Lautsprecher auswählen. Voilà. Schon steht die Verbindung.

Pairing

Etwas problematisch wurde es beim Verbinden mit verschiedenen Musikzuspielern. Nach dem Einschalten verbindet sich der Xtreme nur mit dem zuletzt gekoppelten Gerät, alle anderen Zuspieler werden ignoriert. Das gleiche Problem hatte schon der kürzlich getestete JBL Charge 2+. Wenn ich also zuerst mein iPhone mit dem Lautsprecher verbinde und dann wenig später mit meinem Macbook kopple, dann kann sich der Xtreme beim nächsten Einschalten nur mit dem Macbook automatisch verbinden. Will ich von meinem iPhone Musik zuspielen, muss ich die Verbindung erneut manuell über das Smartphone forcieren. Bose hat das beim neuen Soundlink Mini 2 besser gelöst: Wenn der zuletzt verbundene Musikzuspieler nicht gefunden wird, so sucht der Lautsprecher nach dem nächst verfügbaren Gerät und verbindet sich dann automatisch. Das ist wirklich vorbildlich.

Praktisch ist die Multi-Pairing Funktion, die das gleichzeitige Verbinden von bis zu drei Musikzuspielern ermöglicht. Besonders bei sozialen Anlässen wie bsp. dem Treffen mit Freunden oder der Grillparty im Garten kann so jeder seine Musik teilen. Es ist kein umständliches Entkoppeln und erneutes Verbinden möglich. Wird die Musik auf einem Zuspieler pausiert, so kann der Nächste übernehmen. Im Test habe ich mein Smartphone sowie meinen Laptop gleichzeitig mit dem Lautsprecher verbunden und dann mehrmals hin- und hergeschaltet. Das hat ohne Probleme funktioniert.

Was ich mir noch gewünscht hätte wäre das automatische Verbinden von mehreren Musikzuspielern direkt nach dem Einschalten des JBL Xtreme. Bose hat dies bereits beim SoundLink Mini 2 umgesetzt und nach dem Einschalten ertönt die Ansage „Verbunden mit Philipp’s iPhone, verbunden mit Philipp’s Macbook Pro“. So muss ich nicht zerrst alle Geräte mit dem Speaker verbinden. Sehr schön!

Wie beschrieben verfügt der JBL Xtreme über die Möglichkeit zum Stereo-Pairing. In der Theorie lassen sich so mehrere JBL-Lautsprecher zu einer Art Stereo-Anlage zusammenschließen. Wie gut das neue Feature in der Praxis funktioniert, wollte ich genauer wissen. So habe ich den JBL Flip 3 und JBL Xtreme testweise über ein kurzes Drücken der JBL-Connect Taste an der Oberseite zusammengeschlossen, was mit einem kurzen Piepston bestätigt wurde. Leider war der Stereo-Klang alles andere als überzeugend: Die Lautstärke am Flip 3 war sehr leise eingestellt, während der Xtreme die Musik sehr viel lauter wiedergab. Von Stereo-Klang war keine Spur, nur Mono. Hier hat JBL wohl nicht weit genug gedacht. Auch mit der zusätzlichen App „JBL Connect“ ließ sich das Lautstärke- sowie Stereo-Problem nach langem Herumprobieren nicht beseitigen und der Flip 3 kraxelte letztlich nun nur noch vor sich hin. Hier wird JBL hoffentlich über ein zukünftiges Update noch einmal nachbessern.

Akku/Reichweite

Die Akkulaufzeit ist immer wieder ein heikles Thema. Teilweise sind Herstellerangaben zur Spieldauer völlig aus der Luft gegriffen oder dem Lautsprecher geht bei hohen Lautstärken schon nach kurzer Zeit die Puste aus. JBL gibt die Spielzeit des 10000mAh Ionen-Akku mit 15 Stunden an, das ist ein vergleichsweise hoher Wert, den bisher nur wenige Lautsprecher in der Praxis bieten konnten. Im Test kam ich bei ca. 1/3 der maximalen Lautstärke auf eine Akkulaufzeit von 12,5 Stunden – damit stellt der Xtreme die meisten Konkurrenten wie etwa die UE Megaboom oder den Soundlink III in den Schatten. Um die Spieldauer bei voller Lautstärke zu testen, habe ich meine standardmäßige Playliste laufen lassen und den JBL Xtreme ins kleine Nebenzimmer gestellt. Nach rund 5:05 Stunden schaltete sich der Lautsprecher von alleine ab. Das ist schon ein beeindruckender Wert, wenn man sich einmal zu Gemüte führt, mit welcher Wucht und Lautstärke der JBL Xtreme daher spielt. Selbst für kleinere Parties oder Sportpartien sollte das locker ausreichen. Der Ladevorgang über die Steckdose dauert rund 3,5 Stunden.

Die Bluetooth-Reichweite betrug im Test ca. 30 Meter unter freiem Himmel. Brach die Verbindung ab und mehr als einige Sekunden vergingen, so muss die Verbindung erneut manuell hergestellt werden.

Fazit & Empfehlung

Der JBL Xtreme ist der derzeit wohl beste große Bluetooth-Lautsprecher. Er zeigt noch einmal ganz neu, welch kräftiger Klang in dieser Größenklasse wirklich möglich ist. Er liefert ein ausgewogenes Klangbild mit voluminösen Bässen, ausgeprägten Mitten und klaren Höhen, ohne dabei aufgebläht oder unnatürlich zu wirken. Besonders bei hohen Lautstärken ist noch ein erstaunlich kräftiges Bassfundament vorhanden – ideal um eine kleine Fete im Freien zu beschallen. Besonders im Outdoor-Bereich macht der Speaker eine ausgezeichnete Figur, auch wenn die Lautstärke noch einen Tick lauter sein könnte und 360-Grad-Klang schön gewesen wäre. Hat man sich einmal an die luftigen Bässe des JBL Xtreme gewöhnt, schauen preislich vergleichbare Modelle wie der Beoplay A2 oder die UE Megaboom ein wenig bemitleidenswert drein.

Das robuste, spritzwassergeschützte Gehäuse kann ebenfalls überzeugen: die Stoffummantelung hält Schmutz und Wasser in Schacht und mit dem robusten Hartgummi hat man den Eindruck, als könne der Speaker auch härtere Stöße ohne größere Schäden abfangen. Ein wenig ärgerlich sind die ungeschützten seitlichen Membranen – hier hätte man wenigstens eine Tragetasche im Lieferumfang integrieren können. Die Membranen vibrieren zwar effektvoll und hinterlassen mit der Metallkappe einen stabilen Eindruck, nichtsdestotrotz stellen die Gummidichtungen ein gewisses Risiko dar.

In Sachen Funktionsumfang ist der JBL Xtreme hart zu schlagen: Multi-Pairing, Stereo-Pairing, 2 USB-Buchsen zum mobilen Laden, eine Freisprechfunktion sowie synchronisierte Lautstärke sind mit an Bord. Viel mehr kann man hier nicht besser machen. Beim Pairing gibt es allerdings noch Nachholbedarf: so hat sich der Xtreme im Test immer nur mit dem unmittelbar letzten Musikzuspieler automatisch verbunden und beim neuen JBL-Connect war einer der Lautsprecher immer viel zu leise eingestellt. Das wird JBL hoffentlich in naher Zukunft durch ein Update lösen. Die Akkulaufzeit und Bluetooth-Reichweite gehören zu den besten der Klasse, so sollte der Speaker auch mal für einen ganzen Abend Musikgenuss bei voller Lautstärke einspringen.

Wer mit der etwas größeren Bauform und dem Gewicht von ewas über 2 Kilogramm leben kann, der erhält mit dem JBL Xtreme den derzeit besten großen Bluetooth-Lautsprecher.